Automotive

Soft- und Hardwareingenieure im Bereich Automotive arbeiten sowohl für die Automobilhersteller (OEMs) als auch für die Zuliefererindustrie der Automobil- und Bahnhersteller, der Produzenten im Schiffsbau und der Luft- und Raumfahrtindustrie. Die Automobilindustrie stellt dabei den größten Massenmarkt dar, hier sind zudem spezielle Anforderungen bei gleichzeitig großen Absatzzielen zu erfüllen. Zulieferer in dieser Branche werden oft als Spin-Offs zu bereits länger auf dem Markt befindlichen Unternehmen initiiert, das ist einer der der Trends des letzten Jahrzehnts. In anderen Fällen bilden sie eigenständige Abteilungen in den Konzernen der Automobilindustrie, in Werften oder bei Bahnherstellern. Auch Netzwerke von Automotive-Betrieben existieren, die von den entstehenden Synergien profitieren. Das zweifellos größte Betätigungsfeld für Bewerber in der Automotive-Industrie bieten die Automobilhersteller.

Bedeutung der Hard- und Softwareentwicklung im Automotive-Bereich

Die starke Bedeutung von Automotive-Entwicklungen lässt sich am Stand der deutschen Automobilindustrie ablesen. Diese gehört zu den bedeutendsten Branchen im Land, 2012 betrug ihr Umsatz über 350 Milliarden Euro bei rund 750.000 Beschäftigten. Das Angebot an Arbeitsplätzen ist stabil, der Beitrag zur industriellen Wertschöpfung enorm. Als ebenso hoch wird die Innovationskraft der Branche und ihrer Zulieferer eingeschätzt. Die neuen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts Bestehen beispielsweise in der CO2-Reduzierung sowie alternativen Antriebskonzepten wie Hybrid- oder Elektroantrieben. Auch veränderte Gegebenheiten auf den globalen Märkten sorgen für permanente Innovationsanforderungen und -schübe. Auch schon länger eingeleitete Entwicklungen setzen sich fort, beispielsweise die Elektronisierung in allen Fahrzeugbereichen, der Leichtbau, die Einbindung von Fahrzeugen in Kommunikationssysteme und die Verkehrssteuerung, also das Prinzip des „always connected“. In vielen Bereichen, vor allem aber bei alternativen Antrieben können selbst die Experten der Branche die dominante Entwicklungsrichtung bislang nicht eindeutig erkennen. Das zwingt die Hersteller, Angebote auf allen Gebieten bereitzuhalten. Die Aufwendungen für neue Forschungen fallen dementsprechend hoch aus. Die technologisch komplexen Produkte - ein Auto besteht aus 12.000 und mehr Einzelteilen - werden in wiederum höchst komplexen Prozessen gefertigt. Entsprechend gefordert sind Hard- und Softwareingenieure der Automotive-Branche. Sie tragen durch ihr Know-how entscheidend zur Marktposition der Zulieferer bei, von denen globale Spitzenunternehmen in Deutschland angesiedelt sind.

Die wichtigsten Entwicklungen im Automotive-Bereich

Die beiden wichtigsten und jüngsten Entwicklungen im Automotive-Bereich finden sich in der zunehmenden Einbindung softwarebasierter Funktionen und - bezogen auf das Gesamtfahrzeug - in der Elektromobilität. Letztere blickt zwar inzwischen auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Jedoch scheint es in den 2010er bis 2020er Jahren erstmals möglich zu werden, ein wirklich alltagstaugliches, zum kraftstoffbetriebenen Fahrzeug konkurrenzfähiges Elektroauto auf die Straße zu bringen. Der Schlüssel hierzu liegt im Automotive-Bereich, denn die Elektromotoren gibt es längst. Die Akkus und die Bereitstellung der nötigen Infrastruktur gehören zu den wichtigsten Problemfeldern, auf denen Hard- und Softwareingenieure der Automotivebranche gefragt sind. Diese sind neben der Entwicklung von Lösungen und Know-how auch bezüglich der Verknüpfung von Forschung und Praxis gefordert, denn die komplexen Forschungsfragen ergeben sich in der Praxis der industriellen Produktion.

Anforderungen an Bewerber für den Automotive-Bereich

Soft- und Hardwareingenieure im Automotivbereich haben in der Regel einen technischen Studiengang wie Elektrotechnik oder Mechatronik oder ein naturwissenschaftliches Studium wie Mathematik, Physik oder auch Informatik studiert. In letzter Zeit nehmen auch sehr stark spezialisierte Studiengänge wie das Automotive Software Engineering zu. Letzterer beinhaltet beispielsweise eine fachspezifische Ausrichtung auf Inhalte der Mechatronik, Informatik, Informations- und Elektrotechnik bezogen auf das Segment der Automobiltechnik. Auch Wirtschaftswissenschaften gehören zum Studiengang. In der Tiefe werden dann Werkzeuge und Prozesse, Programmiersprachen und Modellierungstechniken behandelt. Dadurch sind die Bewerber in der Lage, in der Praxis softwareintensive Systeme in Fahrzeuge zu implementieren. Besonders Fachkräfte, die erste praktische Erfahrungen in der Automobilbranche nachweisen können, sind sehr begehrt, denn ein limitierender Faktor in den Industrieunternehmen ist immer noch der Mangel an Automotive-Ingenieuren mit einschlägigem Fachwissen und gleichzeitig breiten Methodenkenntnissen.