Luftfahrt

In der Luft- und Raumfahrttechnik werden Flugzeuge, Flugkörper, Raumfahrzeuge und Satelliten entwickelt. Jüngste Trends zielen auf die Integration von Komponenten für möglichst leichte Fluggeräte mit der günstigsten aerodynamischen Form, auf immer modernere und ökologischere Triebwerke, eine effizientere Energieversorgung, Datenübertragung und Kommunikation sowie auf höhere Sicherheit in der Luftfahrt. Die Trends der Branche lassen sich oftmals gut an Luftfahrtmessen ablesen, wie sie bspw. alle zwei Jahre im südenglischen Farnborough stattfinden (zuletzt im Juli 2014). Die Branche wächst ungemein dynamisch, wie sich an den Verträgen auf dieser Messe ablesen lässt. Auch 2014 wurde wiederum mit über 200 Milliarden Dollar ein neuer Rekord erreicht. Der Löwenanteil aller Aufträge entfällt wie auch in den Vorjahren auf Boeing und Airbus.

Luftfahrtindustrie in Deutschland

In Deutschland blickt die Luftfahrtindustrie auf eine Tradition seit den 1920er Jahren zurück. Deutsche Ingenieurebauten sowohl das NASA-Programm wie auch das sowjetische Raumfahrtprogramm mit auf. Im Jahr 2013 waren in Deutschland 850.000 Personen in der Luft- und Raumfahrt sowie in peripheren Unternehmen beschäftigt. Rund zwei Drittel aller Umsätze entfallen dabei auf den zivilen, ein Drittel auf den militärischen Sektor. Die Branche investiert knapp 20 % ihrer Umsätze in die Forschung, genaue Zahlen sind wegen teilweiser Geheimhaltungsvorschriften für den militärischen Sektor nicht zu bekommen. Ansiedlungen von Luftfahrtunternehmen sind in Ballungszentren zu finden, einer der wichtigsten deutschen Standorte ist Hamburg (ein Drittel aller Beschäftigten), des Weiteren München, Berlin, Frankfurt, Bremen und Augsburg. Im Jahr 2014 muss sich Deutschland im internationalen Wettbewerb neu positionieren, denn verschiedene Regularien wie die Luftverkehrsteuer, Nachtflugbeschränkungen und europäische Insellösungen beim Emissionshandel bremsen die inländische Industrie teilweise aus. Der Wettbewerb auf internationaler Ebene hat sich verändert, Airlines aus der Golf-Region erhalten inzwischen von ihren Heimatländern staatliche Subventionen und verdrängen damit die europäische Konkurrenz auch auf deren angestammten Märkten selbst in Europa. Das lässt sich unter anderem am Wachstum von Flughäfen ablesen: Die Drehkreuze Dubai und Istanbul sind von 2010 bis 2013 um 40,9 % und 59,7 % gewachsen, einige europäische Netzwerkcarrier erhöhten ihr Angebot auch an deutschen Flughäfen um 10 %, deutsche Fluggesellschaften schrumpften hingegen um 4,8 %.

Ausbildung und Anforderungen an Bewerber

Ingenieure für die Luft- und Raumfahrttechnik studieren den klassischen Maschinenbau inklusive der Basisfächer Mathematik, Physik und Chemie, Elektro- und Regelungstechnik sowie Werkstoffkunde. Weitere Lehrinhalte sind Astronomie, Luft- und Raumfahrtantriebe, Gasdynamik, Luft- und Raumfahrtmechanik, Strömungslehre, Turbomaschinen und Luftfahrzeugbau. Es gibt hierfür eigenständige Studiengänge wie beispielsweise an den Münchner Universität der Bundeswehr und an der Uni Stuttgart sowie Teilstudiengänge an der TU Berlin und der TU München. Im Rahmen der Bachelorstudiengänge Maschinenbau einiger Universitäten wird Luft- und Raumfahrt als Vertiefungsrichtung angeboten, so in Aachen, Braunschweig und Darmstadt. Luftfahrtunternehmen erwarten von ihren Bewerbern höchste technische Expertise, sicheres Fachenglisch, Integrations- und Teamfähigkeit, Reisebereitschaft und nicht zuletzt den Willen zur permanenten Fortbildung in einer Branche mit hohem Innovationsgrad.