Industrie

Die Industrie hat in der deutschen Volkswirtschaft eine enorme Bedeutung, Deutschland nimmt in dieser Hinsicht europa- und weltweit eine Sonderstellung ein. Unternehmen konzentrieren sich auf die Industrieproduktion, während Rohstoffe und landwirtschaftliche Güter nur eine recht geringe wirtschaftliche Bedeutung haben. Auch die größten Handelspartner Deutschlands sind andere Industrieländer. Deutschland erwirtschaftet dabei im Außenhandel beträchtliche Überschüsse. Die global konkurrenzfähigsten Wirtschaftsbranchen Deutschlands sind die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie, die Elektrotechnik, der Maschinenbau und die chemische Industrie. Der Anteil der Industrieproduktion an der Bruttowertschöpfung lag im Jahr 2013 bei 26,9 %, im Jahr 2010 waren es noch 25,3 % gewesen. Deutschland belegt damit in der EU mit einem Durchschnittsanteil der Industrieproduktion von 19,5 % einen Spitzenplatz. Dabei wächst der Anteil der Industrieproduktion in den letzten Jahren wieder, denn für das Jahrzehnt von 2000 bis 2010 ermittelte das Statistische Bundesamt einen durchschnittlichen Anteil der Industrieproduktion an der deutschen Bruttowertschöpfung von “nur” 25,1 %. Den tiefsten Stand erreichte dieser Anteil im Krisenjahr 2009 mit 23,3 %, das war gleichzeitig der niedrigste Wert seit der deutschen Wiedervereinigung.

Woher kommt die hohe Bedeutung der Industrie für Deutschland?

Zunächst einmal spielen traditionelle Gründe, die Armut an Rohstoffen und der vergleichsweise gering ausgeprägte Agrarsektor eine große Rolle für die deutsche Industrie, die ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert und in noch viel älteren handwerklichen Strukturen hat. Deutsche Traditionsunternehmen wie Siemens oder Daimler blicken auf eine weit über hundertjährige Geschichte zurück. Dass jedoch die Bedeutung der Industrie trotz des globalen Wandels zu (westlichen) Dienstleistungsgesellschaften immer noch wächst, hat viel mit der „Exportnation Deutschland“ zu tun, deren Produkte made in Germany weltweit einen ausgezeichneten Ruf genießen. Der Boom der großen Schwellenländer wie China befeuert die deutsche Industrie, denn dort sind diejenigen Investitionsgüter gefragt, die kaum eine Industrie der Welt so leistungsfähig und dabei vergleichsweise günstig produzieren kann wie Deutschland: Maschinen, Fahrzeuge und Elektronik. Inzwischen exportiert Deutschland jährlich für über eine Billion Euro Waren ins Ausland. Experten machen hier einen Trend aus: Die Industrieproduktion Deutschlands kann weiter wachsen und eine ungemein solide Basis für die einheimische Wirtschaft darstellen. Zwar machen Dienstleistungen inzwischen - der globalen Entwicklung folgend - fast 70 % der Bruttowertschöpfung aus (Landwirtschaft: rund ein Prozent, Bauwirtschaft: rund vier Prozent), jedoch sorgt der starke industrielle Sektor auch für Innovationskraft und allgemeinen Fortschritt - Faktoren, die nach Analystenmeinung nicht hoch genug zu bewerten sind.

Trends in wichtigen Branchen

Einen sehr großen technologischen Fortschritt bei wechselnden Trends verzeichnen in den letzten Jahren die Hersteller von Automatisierungstechnik. Die Analysten von Frost & Sullivan machen als jüngste Trends der Industrieautomatisierung und der Prozesssteuerung die Themen Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und intelligente Technologien aus. Die sogenannte “Geo-Ökonomie” dürfte nach Auffassung mehrerer Analysten die Zukunft der Industrieautomatisierung prägen. Deutschland hat hier großen Vorlauf durch die Förderung erneuerbarer Energien über das EEGEin weiteres spannendes Feld aufgrund der höheren Anforderungen an die Energieeffizienz ergibt sich bei Elektromotoren, die ab 2015 nach der höheren IE3 Energieeffizienzklasse produziert werden müssen.

Anforderungen an Bewerber für die deutschen Industrieunternehmen

Führungskräfte und hoch qualifizierte Techniker der deutschen Industrie wurden, wenn sie Ingenieure sind, meist an einer Universität oder einer Fachhochschule ausgebildet. Neben dem traditionellen Grad des Diplom-Ingenieurs sind mittlerweile die akademischen Grade des Bachelors und des Masters auf dem Vormarsch. Die bekanntesten Fachrichtungen sind der Maschinenbau, Elektrotechnik, das Bauingenieurwesen, die Informatik, Verfahrenstechnik und das Wirtschaftsingenieurwesen. Neben höchster fachlicher Expertise und ausgezeichneten Fachenglischkenntnissen werden meist auch Teamfähigkeit und die Bereitschaft zu permanenter Weiterbildung von deutschen Ingenieuren verlangt.