Telekommunikation

Hard- und Softwareprodukte im Telekommunikationsbereich werden unter ICT - Informations- und Kommunikationstechnologien - subsumiert. Diese Technologien entwickeln sich unterschiedlich bezüglich verschiedener Regionen und Segmente. Das EITO (European Information-Technology Observatory) publiziert regelmäßig Daten zu dieser Entwicklung. So wuchs der US-amerikanische ICT-Markt 2013 um 4,8 %, in Europa waren es eher magere 1,2 %, was wohl v.a. auf den härteren Wettbewerb und stärkere regulatorische Eingriffe zurückgeführt wird. Diese Eingriffe, etwa EU-Vorschriften zu Roaming-Gebühren, verursachen in einzelnen ICT-Marktsegmenten einen gewissen Preisverfall. Diese Segmente entwickeln sich auch aus anderen, rein technologischen und markttechnischen Gründen unterschiedlich. Gewachsen ist der Umsatz bei Telekommunikationssoftware, der Hardwareausrüstung und den mobilen Datendiensten, während er bei der Sprachtelefonie und der IT-Ausrüstung sank. Die europäische Telekommunikationsbranche steht aktuell (Herbst 2014) unter Konsolidierungsdruck, denn bei stagnierenden oder nur marginal wachsenden Umsätzen bleibt der Investitionsbedarf in den Netzausbau bestehen. Inzwischen interessieren sich strategische Investoren für einzelne europäische Telekommunikationsunternehmen, deren Börsenbewertung eher schwach ausfällt und daher Schnäppchenpreise bei Aktienübernahmen verspricht. Nichtsdestotrotz bleibt in der Telekommunikationsbranche der Innovationsdruck unvermindert bestehen, gerade die Hard- und Software der ICTs entwickelt sich ungebrochen und rasant. An Bewerber für Jobs in diesen Bereichen stellt das hohe Anforderungen.

Neue Technologien in Deutschland

Das Nutzerverhalten der Telekommunikationskunden verändert sich zweifellos. In Deutschland ist schon seit 2012 ein stärkerer Einsatz von Substitutionstechnologien zu verzeichnen, darunter Apps (Messaging-Applikationen) wie Joyn und WhatsApp. Auch im Mobilfunkbereich geht man von einem Rückgang der SMS-Nachrichten zugunsten von E-Mails und Messaging Apps aus. Im Festnetzbereich finden signifikante Investitionen statt, die Glasfasernetze werden ausgebaut, im Mobilfunkbereich ist die größte Revolution seit 2011 die Einführung von LTE. Das stellt erhöhte Anforderungen an die Hard- und Softwarestrukturen im Telekommunikationsbereich, gleichzeitig sind es sehr spannende Felder für Ingenieure. Die Veränderungen sind auch an den von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Umsatzzahlen abzulesen. Bei einem insgesamt leicht sinkenden Volumen im deutschen Telekommunikationsmarkt (sinkendes Preis-, nicht Datenvolumen) ist von geringeren Festnetzumsätzen bei steigenden Breitband-Internetumsätzen auszugehen. Auch Telefon-Bundels (Flatrates für Festnetz und Mobilfunk) steigen leicht an. In Deutschland dürfte es nach vorläufigen Schätzungen im Herbst 2014 rund 29 Millionen Breitband-Anschlüsse geben, was 70 % der Haushalte bei einer Penetrationsrate von 34 % umfasst (zum Vergleich Europa: Penetrationsrate 28,8 %). Besonders haben die leistungsfähigen Anschlüsse mit Datenraten von 30 - 100 MBit/s stark zugenommen, Deutschland gehört hier zu den europäischen Spitzenreitern. Die Bundesregierung will bis 2018 die flächendeckende Versorgung Deutschlands mit 50 MBit/s erreichen. Aus Sicht der Telekommunikationsanbieter kommt es nun darauf an, die richtigen Technologien schnellstmöglich einzusetzen, was eine Aufgabenstellung für Informatiker und Telekommunikationsexperten darstellt. Als die beiden wichtigsten Trends werden der Glasfaserausbau (verschiedene Varianten wie Building, Home oder FTTx [Fiber to-the Curb]) sowie der Bandbreitenwettbewerb ausgemacht. Letzterer findet zwischen Glasfaser und Koaxialkabeln statt.

Anforderungen an Bewerber

Stellenbewerber für Jobs in der Hard- und Softwareentwicklung der Telekommunikationsbranche haben in der Regel ein technisches bzw. naturwissenschaftliches Studium absolviert, sie leiten später Projekte in Telekommunikationsunternehmen und Ingenieurbüros. Zum Beruf gehört die permanente Weiterbildung, auch (internationale) Teamfähigkeiten und sicheres Fachenglisch werden verlangt. Dass die Kenntnisse der jeweils jüngsten Informations- und Kommunikationstechnologien fundiert ausfallen müssen, versteht sich von selbst.